1. Vorbereitung

Hey und herzlich willkommen auf meinem Blog!

Hier geht es um die Vorbereitungen für meinen Einsatz in Peru. Viel Spaß beim Lesen!

Nachdem ich mich erfolgreich als JV beworben hatte, begann am 2. Februar 2024 mit dem Orientierungsseminar in der Jesuitenmission in Nürnberg die Vorbereitung für unseren Einsatz. Ich erinnere mich noch gut an die Ankunft, bei der keiner von uns wirklich wusste, was uns erwarten würde. Ich war einer der Ersten und sah zu, wie nach und nach andere Teilnehmer eintrafen. Wir unterhielten uns bei einer Tasse Kaffee, bis das Programm losging. Keiner ahnte, WAS für ein Wochenende es werden sollte. Nach stundenlangen Einheiten voller intensiver Gespräche, lustiger Spiele, kniffliger Rätsel, leckerem Essen und langwierigen Vorträgen, die uns eine vage Vorstellung davon geben sollten, worauf wir uns einließen, war es Zeit, eine Entscheidung zu treffen:
Lasse ich das Ganze liegen, mache vielleicht ein FSJ oder fange gleich an zu studieren, ODER springe ich kopfüber ins kalte Wasser, lasse Freunde, Familie und mein Zuhause zurück und ziehe für ein Jahr in ein völlig unbekanntes Land, in dem keiner meine Sprache spricht?
Eine schwierige Frage, doch am Ende gab es für mich nur eine richtige Antwort, denn so eine Möglichkeit gibt es kein zweites Mal.

Nach der Zusage von JV wussten wir jedoch immer noch nicht, wohin es überhaupt gehen sollte. Wir konnten lediglich einen Wunsch abgeben, doch die Entscheidung lag nicht bei uns. Nach ein paar Wochen kam der Anruf: Ich wurde zusammen mit Timon und Sandro dem Projekt Canat in Piura, Peru zugeteilt.

Als unsere Einsatzstellen feststanden, stand das erste Vorbereitungsseminar „Gerechtigkeit und Globalisierung“ vor der Tür, bei dem es um nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals, Gerechtigkeit und die langfristigen Folgen der Kolonialisierung (Lieferketten und ihre Auswirkungen) ging. Außerdem begann die individuelle Vorbereitung: Wir mussten parallel zum Abitur ein Visum beantragen, uns ärztlich untersuchen lassen, einen Blog oder Flyer erstellen und damit beginnen, eine neue Sprache zu erlernen.

Anfang Juni fand das zweite Vorbereitungsseminar statt, das sich mit den Themen „Armut hier und in der globalisierten Welt“ und „Ignatianische Spiritualität“ befasste. Wir setzten uns intensiv mit der jesuitischen Spiritualität auseinander und führten ein Experiment zur Armut durch: Mit nur einem Euro und ohne Handy oder Geldbörse mussten wir in der Nürnberger Innenstadt unser Mittagessen organisieren. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Hunger. Nach einer Dokumentation teilten wir uns für das Abendessen in drei Gruppen auf, um unterschiedliche Lebensrealitäten zu erleben – vom Dreigänge-Menü bis hin zu Brot und Wasser. Diese Erfahrungen zeigten uns eindrucksvoll, wie ungleich die Lebensbedingungen weltweit verteilt sind.

Einen Monat später fand unser letztes, sechstägiges Vorbereitungsseminar statt, gefolgt von der offiziellen Aussendung. Der Fokus lag auf kulturbewusster Kommunikation, für die wir zwei Tage lang intensive Schulungen mit dem Experten Max Engl hatten. Er sensibilisierte uns für Themen wie kulturelles Bewusstsein, Rassismus und strukturelle Ungleichheiten, die wir während unseres Einsatzes erleben könnten. Weitere Inhalte umfassten Notfallmanagement, rechtliche Fragen und die Prävention sexualisierter Gewalt. Natürlich gab es auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten, die den Teamgeist stärkten, wie Tischtennis, Tischkicker und Spieleabende.

Zwischen den Seminaren blieben wir online in Kontakt, um wichtige organisatorische Fragen zu klären. Der 13. Juli, der Tag unserer Aussendung, begann mit Workshops für unsere Familien. Nach einem gemeinsamen Essen ging es zu einem Gottesdienst, der in Gedanken an den bevorstehenden Abschied einige Emotionen hervorrief.

Jetzt, wo ich zu Hause bin, die letzten Impfungen überstanden habe und die letzten Tage vor meiner Abreise herunterzähle, wächst die Aufregung von Stunde zu Stunde. Die Realität meiner Entscheidung, ein Jahr in einem fremden Land zu verbringen, in dem niemand meine Sprache spricht, wird immer greifbarer. In vier Tagen beginnt mein Abenteuer. Der Koffer steht halb gepackt in der Ecke meines Zimmers, während ich darüber nachdenke, was ich wirklich brauche und was mir wohl am meisten fehlen wird. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, zwischen Abschied und Vorfreude zu pendeln – die Vorfreude auf das Unbekannte, die Abenteuer, die Herausforderungen, und die Menschen, denen ich begegnen werde. Noch habe ich keinen genauen Plan, was mich erwartet, aber genau das macht diese Reise so spannend. Wer weiß, welche Geschichten ich bald erzählen werde? Bleibt dran, um mehr über meinen Weg ins Ungewisse zu erfahren.

Danke fürs Lesen! Das Abenteuer fängt gerade erst an! Bis zum nächsten Mal!

Antworten

  1. Avatar von dope920458f1480

    Lieber Matthias, Das ist schön und spannend geschrieben. Liebe Grüße Dein Papa Von meinem/meiner Galaxy gesendet

    Gefällt 1 Person

  2. Avatar von Vincent

    Crazy gut, bin sehr gespannt was du so zu berichten hast und was du alles erleben darfst, wird bestimmt mega mega cool und ich wünsch dir eine mega Zeit :)))

    Gefällt 1 Person

  3. Avatar von Elias

    Viel Glück für Dein Jahr, freu Dich auf eine tolle Zeit mit echt tollen Leuten in Piura.

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von Matthias

      Danke, ich bin sehr gespannt 🙂

      Like

  4. Avatar von Angelika Schmidt-Groß

    Lieber Matthi, das klingt ja spannend. Sicher wird dir die Arbeit mit Kindern und Jugendliche Freude machen! Liebe Grüße Mama

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von Matthias

      Danke, denke ich auch!

      Like

  5. Avatar von Felix Daniel Gross

    Bro, ich bin stolz, dass du diesen Sprung ins kalte Waser wagst und bin gespannt, was du für Geschichten erzählst!

    Gute Reise

    felix

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von Matthias

      Danke Felix, das bedeutet mir wirklich viel!

      Like

      1. Avatar von Felix Daniel Gross

        Like

Hinterlasse eine Antwort zu Felix Daniel Gross Antwort abbrechen

Abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um Updates zu erhalten.